Mädelswanderfahrt Rotterdam 15.8.-19-8.2018

Ein Fahrtenbericht von Klaudia Plaschke

Marion & KLaudia

Mit einigem Vorlauf haben die netten MüWa MädelsTeresina, Katja, Kathrin, Anika, Lucia und Lisa sowie wir, Marion und Klaudia, auch dieses Jahr zu acht eine Wanderfahrt für ein verlängertes Wochenenende organisiert. Das sollte an die schöne Fahrt nach Berlin letztes Jahr anknüpfen. Dieses mal hatten wir uns als Ziel Rotterdam ausgesucht. Schnell waren einige Rudervereine angeschrieben und nach Studium des Ruderreviers auf den Wasserkarten haben wir uns für drei Tage Rotterdam bei dem Club Rijnmond Rowing Club und einen Tag bei dem Club Roeiafdeling K.D.R.&Z.V. nahe dem wunderschönen Naturschutzgebiet "de Biesbosch" bei Dordrecht entschieden.

Teresina hatte einen netten Kontakt über Paul zum Rijnmond Rowing Club hergestellt und ich über Dieter zu dem Club Roeiafdeling K.D.R.&Z.V. Das Hostel in Rotterdam organisierte Marion und die Bahnfahrt wie immer Katja, Wasserkarten gab's dann von Kathrin. Jeder hat so ein bisschen was beigesteuert zur Organisation, wobei Orgatalent Teresina wie auch letztes Jahr gern den Löwenanteil übernahm. Ihr macht es sehr viel Spaß, Dinge zu organisieren, was wir sehr zu schätzen wissen.

Am Mittwochnachmittag ging es dann endlich los. Alle hatten noch die Arbeit in den Knochen und im Zug wurde noch ein bisschen darüber geplaudert und sich ausgetauscht.

Das Thema Arbeit war dann allerdings spätestens bei der Ankunft in Rotterdam erledigt, als wir unser cooles Hostel in Rotterdam Blaak bezogen. Das war nämlich ein architektonisches Highlight, da die Wohnungsform aus aneinander gereihten, gelben, auf einer Ecke stehenden Würfeln bestand. Das wirkte schon von außen weniger funktional als einfach nur eckig und sehr interessant. Man musste schon ein bisschen den Kopf einziehen in den Zimmern und alles war irgendwie schräg. Ein Foto sagt da mehr als Worte.

Teresina und Katja hatten sich vorher noch aufgemacht zum Ruder Club, wo sie von dem sehr hilfsbereiten Rolf empfangen wurden und eine kleine Einweisung erhielten. An der Bar auf ein Getränk im Hostel berichteten sie von einem einladenden und komfortablen Clubhaus plus Anlage, dessen Küche wir netterweise mitbenutzen durften. Wegen Renovierungsarbeiten waren leider die Schlafmöglichkeiten dort nicht gegeben.

Und als wir am nächsten Tag dort auftauchten war es ein kleiner Wow Effekt: ja wir sind in Holland, im Land des Wassersports!
Wir erhielten zwei sch
öne C Boote 4er+ und 2er+ und los ging's auf deren Hausstrecke 15 km Richtung Osten.
Die Brücken waren wie versprochen dann doch ohne Ducken passierbar. Über den Hinweis, dass Boote manchmal Wellen werfen würden, mussten wir Rheinerprobten schon schmunzeln. Das Wasser war spiegelglatt und nur ab und zu kamen ganz leichte Wellen auf von vorbeiziehenden Schiffchen.

Abends gingen wir dann einkaufen, die leckeren Schulkreide Lackritz und insbesondere die Stroopwafeln durften auf keinen Fall fehlen. Mit Rucksäcken ließ sich prima alles transportieren.
Nach einer sehr leckeren selbst gekochten Bollo auf der Terr
asse desClubs ging's zu Fuß wieder zurück ins Hostel und dann noch auf einen kleinen Abendspaziergang durch Rotterdam.
Das erinnert tatsächlich mit seiner modernen Architektur (insbesondere Anikas und Marions Architekten Herzchen schlugen h
öher) ein bisschen an New York mit zwei futuristischen Brücken, interessanten Wolkenkratzern und dem ältesten Hochhaus Europas. Alles war sehr hübsch beleuchtet.

Am folgenden Tag ruderten wir dieses mal mit zwei 3er+ ins schnuckelige Delft. Auf dem Steg eines von Rolf empfohlenen Clubs mit einem historischen Bootshaus direkt am Wasser (war früher wohl mal Teil einer alten Stadtmauer), machten wir uns mittags über den Rest der Nudeln vom Vortag her. Aber Vorsicht, Lucia, ein kleiner Wellengang kann da schon mal einen nassen Hintern produzieren. Egal, der wurde dann erstmal in der Sonne wieder getrocknet.
Dann folgte der Stadtbummel durch Delft, das so ist, wie man sich ein kleines, altes Städtchen in Holland eben so vorstellt: mit einladenden Cafes an Grachten und vor allem autofrei. Sehr, sehr sch
ön! Abends gab es dann nochmal Nudeln im Club und dieses mal hatten wir unseren netten Begleiter Rolf mit eingeladen. Der hatte sichtlich Spaß mit seinen Mädels und einiges über den Ruderverein erzählt. Zum Beispiel, dass es dort eine Abteilung für Behinderte gibt; am Steg steht nämlich ein kleiner Kran, der eine Person in ein Boot heben kann. Und der Verein hat wohl kein Problem, Spenden zu erhalten für neue Boote, eben weil größere Firmen wegen dem Behinderten Sport gern Geld geben für die eigene Corporate Identity. Allerdings wohl auch, weil in dem Traditionsclub ein gutes Netzwerk besteht.

Den Samstag hatte ich organisiert und es ging nach Dordrecht zu dem königlichen Ruderverein. Und welch Überraschung, dieser toppte mit seiner Ausstattung nochmals die anderen. Ich hatte Kontakt mit Dieter, der uns im smarten Dress begrüßte und sich wunderte, dass wir mit Bus und Bahn unterwegs waren. Offenbar ein Business Man, der dann nach einer kleinen Tour durch die riesige Bootshalle auf ein Wherry zeigte und meinte, dass das dann unsere Boote seien. Etwas Gelächter unsererseits wurde wohl nicht richtig wahrgenommen, wir hielten das für einen guten Gag. Wherrys sind in Holland seeeehr breite Rosinenbomber mit einem Steuersitz, auf dem zwei Leute Platz nehmen. Nun ja, bevor wir uns lange fragen konnten, ob das nun ein Scherz war, hat er uns dann das zweite Wherry Boot gezeigt und meinte, heute sei viel Ruderbetrieb. Das produzierte offene Münder unsererseits und ein großes Fragezeichen in meinem Gesicht, hatte er mir doch per email zwei C 3er + zugesagt. Dann kam allerdings der ganz große Spaß mit den Dingern, die sich doch erstaunlich flott fahren ließen. Auf den Steuersitzen spielten sich witzige Szenen ab, da beide steuern mussten. Dementsprechend ertönte viel Gegacker von den Booten (nein wir haben nicht Steuer- und Backbord verwechselt...oder doch?) 

Das Naturschutzgebiet war ein Traum. Als wir aus der Ferne ein Blöcken hörten, erwarteten wir freudig die von mir angekündigten Wasserbüffel (ok ich habe ich nunmal irgendwo gelesen, dass es sie dort geben soll). Die Wasserbüffel entpuppten sich dann allerdings als friedlich grasende Kühe zwischen den Flüsschen. Zur Info: Wasserbüffel sind diese fast 3 Meter langen Viecher mit den riesigen Hörnern, die überwiegend in Asien vorkommen. Das Ruderrevier liegt in einem Fluss Delta und ist das größte Süßwassergebiet Europas mit Tide. So hat das Flüsschen, auf dem wir unterwegs waren, unterschiedliche Strömungsrichtungen mit Beachtung beim Anlegen. Alles in allem war es sehr chillig: zumindest für die, die nicht rudern mussten auf dem gepolsterten Steuersitz.

Dieter hatte sich dann nochmal bei uns entschuldigt wegen den Booten, wobei das nicht notwendig war, da wir doch sehr viel Spaß damit hatten. Auch er hat nachher noch ein bisschen mit uns zusammen gesessen und von seinem Verein erzählt. Bei mir ist hängen geblieben, dass er jährlich 25 Tsd. Euro für Boote ausgeben kann. Auch dieser Club bietet Sport für Behinderte.

Abends haben wir uns nochmal ein bisschen Rotterdam angesehen, wobei das highlight eine Wassertaxi Fahrt mit dem Speedboot war. Haltestellen gibt es dort verstreut am Ufer, man ruft dort an und dann kommt das Bötchen in ein paar Minuten schon vorbei gerauscht und über den ziemlich wackeligen Steg geht's dann ab auf eine Fahrt mit ordentlichen Bugwellen. Die Stimmung bei uns Mädels auf der Rückbank war entsprechend top, ist allerdings nix für Seekranke!

Am Letzen Tag gab's nochmal eine kleine Spritztour bei unserem Ruderverein in Rotterdam, eine herzliche Verabschiedung von Rolf und dann ging’s direkt von dort los wieder zurück nach Kölle. Am Bahnhof haben wir uns dann nochmal für das Nötigste eingedeckt mit Lakritz und Stroopwafeln, um den Entzug von dieser herrlichen Tour etwas zu versüßen. Außerdem blieb uns noch die Vorfreude auf die vielen schönen Fotos, die insbesondere Marion wieder mit ihrer Gopro gemacht hat. Ein paar davon seht ihr ja jetzt. Falls jemand mal eine entsprechende Fahrt organisieren möchte, kann er/sie sich gern an Marion oder mich wenden. Wir helfen gern weiter...inklusive Aufklärung über Wasserbüffel.

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