Rettungswesten

Herr Burghard Schack vom KRV 1877 hat sich intensiv mit obigem Thema beschäftigt und uns seine Erkenntnisse dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt:

Warum Rettungswesten?


Rudern im Winter wird immer beliebter. Mit sinkenden Wassertemperaturen sinken die Chancen, einen Sturz ins kalte Wasser zu überleben. Warum das so ist (z.B. Kälteschock) und wie eine Rettungsweste Leben retten kann, wird in den Artikeln: „Kaltes Wasser - Überlebens-Chancen" und „Eiskalt erwischt..." beschrieben, siehe: www.rrk-online.de/rudern/kentern.htm

 

Die folgenden Informationen sind als Orientierungshilfe beim Kauf einer Rettungsweste gedacht:

 

Welche Rettungswesten sind für Ruderer geeignet?

Im Journal „Rudersport" 24/2005 wird im Beitrag „Sicherheit durch Rettungswesten" der Unterschied zwischen Schwimm- und Rettungswesten beschrieben und welche Westen für Ruderer geeignet sind. Der Beitrag kann unter www.mainzerruderverein.de/echoi880.html nachgelesen werden.

Hier eine Zusammenfassung:

  • Es kommen nur ohnmachtssichere, automatische Rettungswesten in Betracht.  Sie werden automatisch durch eine Gaspatrone aufgeblasen, sobald man ins Wasser fällt. Eine neue Gaspatrone und eine Auslösetablette machen eine Weste wieder einsatzbereit. Regen oder Spritzwasser lösen nicht aus. Manuell auszulösende oder aufblasbare Westen sind ungeeignet, da sie bei Ohnmacht, Schock oder Panik nicht automatisch aufgeblasen werden.
  • Geeignete Rettungswesten bieten viel Bewegungsfreiheit. Sie sollten so kurz geschnitten sein, daß man beim Endzug nicht an ihnen hängen bleibt. Sie sollten so schmal und flach gebaut sein, dass Arme und Daumen nicht an ihnen scheuern. Feststoffwesten sind ungeeignet, da sie die Bewegungsfreiheit erheblich einschränken.
  • Geeignete Westen bieten hohen Tragekomfort, z.B. durch ein abnehmbares Nackenfleece oder einen Klickverschluss, der leichter zu betätigen ist als ein Schiebe- / Drehverschluss. Als Beispiel für eine geeignete Rettungsweste wird die Secumar 15 SR-A genannt, eine spezielle Ruderweste. SR-A steht für Skull, Riemen und Automatik. Leider ohne Klickverschluss vorne.

Der RTHC Leverkusen hat 2005 mit der Firma Niedermeyer, Filiale Dormagen, 12 verschiedene Automatikwesten im Ruderkeller getestet. Favorit war auch hier die Secumar 15 SR-A. Inzwischen gibt es mit der Secumar Canoe Plus eine neue Weste für Kanuten und Ruderer. Durch einen Klickverschluss vorne ist der Tragekomfort höher als bei der Secumar 15 SR-A. Sie ist aber breiter, was bei schmalen Personen die Bewegungsfreiheit einengen kann. Als preiswerte Alternative zu den Secumar Westen gibt es die Sostechnic Canoe. Sie ist die kürzeste aller Westen, ist aber breiter und hat einen gewöhnungsbedürftigen Schiebe-/Drehverschluss. Ein integrierter Lifebelt macht sie auch für Segler interessant. Leider ohne Nackenfleece. Preiswert und doch sicher ist die AWN Supralite 2. Sie wird von Secumar für Niemeyer gebaut und ist sehr lang geschnitten, weshalb sie nur für grosse Leute geeignet ist. Ohne Nackenfleece.

 

Kauf einer Rettungsweste

Die nachstehende Tabelle beschreibt Rettungswesten, die grundsätzlich für Ruderer geeignet sind. Wie man mit einer Weste klar kommt, kann bei einer Anprobe im Laden nur unzureichend festgestellt werden. Bewährt hat sich das Ausprobieren im Ruderkeller oder bei einer Ausfahrt.


Die Tabelle Übersicht Rettungswesten für Ruderer enthält die Preise für 2007. Alle Westen gehören zur „Auftriebsklasse 1SO N", eine Gütenorm für ohnmachtssichere Automatikwesten für Erwachsene von 40-120 kg. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 10 Jahre, alle 2 Jahre wird eine Wartung empfohlen.

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